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Vorgehensweise zur Bewertung:
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Der flüssige Aggregatzustand von Quecksilber ermöglicht die Registrierung von Bewegung, Neigung oder Vibration und das reibungslose Schalten des elektrischen Stroms.
Das Verbot von Quecksilber hat die Bauteilehersteller gezwungen, Hg-freie Alternativen anzubieten. So sind bereits am Markt innovative Lösungen erhältlich, die die vergleichbare Funktion und Zuverlässigkeit wie die Quecksilberschalter besitzen. Als Beispiele können mechanische Metallkugelschalter oder Schalter mit elektrolytischen Flüssigkeiten genannt werden.
In manchen Fällen kann die Funktion des Quecksilberschalters durch eine andere Konstruktionslösung oder ein anderes Funktionsprinzip ersetzt werden. Zur Auswahl stehen z.B. fotooptische Bauteile wie Fototransistor in einer Lichtschranke, Druck- und Kraftsensoren, Schallsensoren, induktive Sensoren oder kapazitive Berührungssensoren.
Der Einsatz dieser Alternativen ist stark von der Anwendung abhängig. Bei dieser Lösungsvariante ist oft mit einem Redesign des Produkts zu rechnen, was wiederum in ein innovatives, verbessertes Produkt resultieren kann.
Die RoHS-Richtlinie begrenzt den Einsatz von Hg in Leuchtstofflampen auf unterschiedliche Höchstmengen abhängig von der Lampenart auf 5 mg, 8 mg oder 10 mg. (Vgl. Ausnahmen für Quecksilber im WAS-Bereich) Dafür ist es notwendig, die Hg-Mengen pro "homogenem Material" zu prüfen und technologische Lösungen zur Senkung des Hg-Gehaltes zu erarbeiten.
Die vorgeschriebenen Höchstgrenzen werden laufend dem Stand der Technik angepasst. Selbst wenn Ihre Produkte bereits unterhalb dieser Grenzen liegen ist es empfehlenswert, sich mit den Reduktionskonzepten auseinander zu setzen.
Wenn das Produkt Leuchtstofflampen beinhaltet, müssen diese auf die Hg-Inhalte geprüft werden (Vgl. Ausnahmen für Quecksilber im WAS-Bereich). Zu diesem Zwecke sollen entsprechende Herstellerangaben, Deklarationen, Zertifikate usw. eingeholt und geprüft werden. Falls diese nicht zur Verfügung stehen, sollen sie beim Hersteller oder Lieferant angefragt werden.
Quecksilber in Relais kann durch vergoldete Kontakte ersetzt werden, Prellfreiheit kann derzeit jedoch nur unter Einsatz von Quecksilberkontakten erreicht werden. Zudem weisen vergoldete Kontakte eine meist kürzere Lebensdauer auf.
Es ist zu erwarten, dass sich die Logistik vom Halbfabrikat bis zum Endkunden mit Wirkung der RoHS-Richtlinie ändern wird. Disponenten und Einkäufer sind gefordert, kleine Losgrößen an z. B. quecksilberfreien Bauteilen zu produzieren und zu lagern, damit Kundenbestellungen termingerecht nachgekommen werden kann. Quecksilberhaltige und quecksilberfreie Bauteile müssen jederzeit identifiziert werden können. Das kann firmenintern über besondere Materialnummern und auf der Verkaufsverpackung mit einem Logo z. B. RoHS-compliant geschehen. Darüber hinaus müssen Konformitätserklärungen von den Lieferanten für Materialien und Bauteile eingeholt werden, um die rechtliche Absicherung der RoHS-gerecht produzierten Geräte zu gewährleisten.