Die Grüne Bioraffinerie
Ausgangssituation
Durch den Strukturwandel in der österreichischen Landwirtschaft sind zunehmende Mengen an ungenutzter Grünlandbiomasse (Gras, Klee, Luzerne, etc.) verfügbar. Die Bewirtschaftung von Grünland zählt zu den nachhaltigsten Produktionsweisen der Landwirtschaft - um das für traditionelle Zwecke nicht mehr benötigte Grünland weiterhin zu erhalten, müssen aber neue Verwertungsmöglichkeiten gefunden werden.
Herausforderung
Die Entwicklung von Technologien zur Auftrennung und Nutzung der komplexen Inhaltstoffe von Biomassse stellt eine große Herausforderung bei der Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen dar. Eine innovative Möglichkeit zur alternativen Verwertung der überschüssigen Grünlandbiomasse bietet das Technologiekonzept einer so genannten Grünen Bioraffinerie. Die Grundidee: in Analogie zu einer Erdölraffinerie soll der Rohstoff "Grünlandbiomasse" in einer einzigen Verarbeitungsanlage möglichst vollständig und ohne Abfälle in eine Vielzahl verkaufbarer Produkte weiterverarbeitet werden.
Ergebnisse
Im Rahmen der Programmlinie "Fabrik der Zukunft" wurden in mehreren Teilprojekten die Grundlagen für ein wirtschaftlich rentables Modell einer Grünen Bioraffinerie in Österreich erarbeitet. Die Grünlandbiomasse bietet eine breite Palette möglicher Produkte wie Milchsäure zur Herstellung biologisch abbaubarer Kunststoffe oder Pflanzenfasern zur Herstellung von Futtermittelpellets. Im Rahmen der Projekte konnte eine beachtliche Know-how Basis zu einem internationalen aktuellen Forschungsthema aufgebaut werden, welche der österreichischen Forschung und Wirtschaft einen Startvorteil in der Entwicklung neuer Verfahren zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe sichert. Mit der Errichtung einer Demonstrationsanlage in Utzenaich (OÖ) wurde 2007 begonnen.
Fotoquelle: Fotoland OÖ

Ecodesign Kommentar
Durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe werden begrenzte Ressourcen geschont und Umweltauswirkungen entlang des gesamten Produktlebenszyklus verringert. In der "Grünen Bioraffinerie" wird beispielsweise die überschüssige Grünlandbiomasse möglichst vollständig und ohne Abfälle zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet.